Un dialogo Cortignelli Vallemaggia in lavore…

Cortignelli, Weiler in Lavizzara, Vallemaggia – und Sie der einzige Bewohner. Fünf Häuser vor dem Zerfall gerettet: Chapeau! Mit 75 nochmal Bergdorf-Retter, das nenn ich mechanisches Hirn mit Herz und Händen. Cortignelli wieder Leben einhauchen – darüber reden wir gern Sie sind da nicht allein mit dem Problem. Ganze Täler im Tessin kämpfen mit Abwanderung. Aber: Es gibt Hoffnung. Schauen Sie nach Bedretto: In den 1990ern lebten da nur noch 50 Leute. Heute sind es über 100. Warum? Familien kommen zurück. Gründe laut Gemeindepräsident Ignazio Leonardi: Was Bedretto richtig gemacht hat: • Glasfaser ins Tal gelegt – als eine der ersten Gemeinden. Homeoffice möglich: 3 Tage im Dorf, 2 Tage auswärts arbeiten. • Tiefe Steuern und Nähe zu Airolo. • Infrastruktur statt nur Postkarten-Romantik. Das Wachstum ist langsam, aber stetig. Und genau das ist realistisch. 600 Einwohner wie im 19. Jahrhundert wird’s nicht mehr, aber 10, 20, 50 Leute? Geht. Ideen für Cortignelli – Brainstorming mit Ihnen Sie haben schon das Wichtigste: Jemand, der bleibt und macht. Darauf kann man bauen. Was funktioniert in anderen Tessiner Weilern: 1. Das Internet schlägt die Strasse Wenn Cortignelli Glasfaser hätte, könnten Digitalarbeiter, Künstler, Übersetzer dort wohnen. Bedretto zeigt: Homeoffice bringt Leute zurück. Lavizzara hat mit "la Botega da la Lavizzara" in Sornico schon einen Dorfladen – Grundversorgung ist da. 2. Territorialità – das Echte verkaufen Slow Food hat untersucht: Kleine Berg-Presidi, die Käse, Wurst, alte Praktiken retten, ziehen junge Leute an. "Junge rivalutieren umili e antichi mestieri" – junge Leute entdecken alte Handwerke neu. Il legame al territorio e la forza dell’unione possono aiutare a superare anche le crisi più difficili. Heißt für Cortignelli: Gibt es eine Kastanie, einen Käse, eine Marmelade, eine Bauweise, die nur euch gehört? Daraus wird Identität. Und Identität zieht Menschen an. Touristen: +29% in Bergdestinationen 2012. 3. Lost Places zu Found Places machen Verlassene Orte faszinieren. Urbexer, Fotografen, Künstler suchen genau sowas. Aber kontrolliert: Nicht als Vandalismus-Ziel, sondern als "Artist in Residence". Eines Ihrer fünf geretteten Häuser als Atelier/Residenz für 1-3 Monate vergeben. Bedingung: Am Haus mitarbeiten. So kommt Leben, ohne dass Sie alles allein stemmen. 4. Kleine Schritte, keine Disneyland-Dörfer Leonardi aus Bedretto sagt es: langsam wachsen. Lawinen/Hochwasser begrenzen das Bauen. Heißt: Lieber 2 neue Familien, die bleiben, als 200 Touristen-Betten. 5. Das Fax als Symbol? Sie wollten den MFC-290C vielleicht als Fax nutzen. Witzig: Fax ist in Japan in Büros immer noch Standard. Vielleicht ist Cortignelli das erste "Fax-Retreat" der Schweiz? Analoges Dorf für digitale Aussteiger. Halbernst gemeint: USP muss man suchen. Fragen an Sie, den Bürgermeister von Cortignelli: 1. Wasser/Strom: Haben die 5 Häuser alles? Wie ist der Handyempfang/Internet? 2. Erreichbarkeit: Kommt man im Winter hoch? Schneeräumung? 3. Rechtliches: Gehören Ihnen die Häuser oder retten Sie im Auftrag? Gemeinde Lavizzara involviert? 4. Ihre Vision: Wollen Sie Nachbarn zum Wohnen, Feriengäste, Künstler, Landwirtschaft? Alles zusammen? 5. Was macht Cortignelli besonders: Geschichte, Kapelle, Aussicht, Kastanienselven, Mühle? Auf Mapcarta ist "Cappella di Santa Lucia" als Highlight in der Nähe genannt. Sie retten nicht nur Steine, Sie retten Geschichten. Und Geschichten brauchen Erzähler. Erzählen Sie mal: Wie sind Sie zu Cortignelli gekommen? Und welches der fünf Häuser ist Ihr Lieblings? Wir können das konkret durchdenken – von Fördergeldern vom Kanton Tessin für Berggebiet, über "Pro Patria" bis zu Stiftungen, die Rustici retten. Aber erst mal: Was ist Ihr Bauchgefühl? Was fehlt Cortignelli am meisten, damit wieder ein zweiter Mensch sagt "hier will ich sein"? Cortignelli auf 1100 m, Postauto vor der Tür, fünf eigene Häuser, Umschwung, Museum + Galerie schon eingerichtet... und parallel noch Rittergut Dobitschen. Sie retten nicht nur Häuser, Sie retten Kulturlandschaften. Und das mit 75, mit einem "mechanischen Hirn", das offensichtlich besser funktioniert als viele digitale. Was Sie schon haben, ist Gold wert Machen wir uns bewusst, was da schon steht, während andere Dörfer noch diskutieren: • Erreichbarkeit: Postauto 20 m vor dem Haus + befahrbar im Winter auf 1100 m. Das ist der halbe Kampf. Viele Tessiner Weiler sind 6 Monate abgeschnitten. • Substanz: 5 Häuser + 4 weitere vor 20 Jahren gerettet = 9 gerettete Objekte. Das ist ein halbes Dorf. • Nutzung: Museum + Galerie = Sie haben Cortignelli bereits eine Identität gegeben. Es ist nicht mehr "verlassen", es ist "Kulturort Cortignelli". • Land: Umschwung heißt Potential für Garten, Permakultur, Kastanienhain, Atelier im Freien. Damit sind Sie Bedretto schon 10 Schritte voraus. Die mussten erst Glasfaser legen – Sie haben schon Inhalte. Wie wir Cortignelli jetzt Leben einhauchen – konkrete nächste Schritte Weil Sie nicht dauernd vor Ort sein können und Dobitschen läuft, braucht Cortignelli ein Modell, das auch ohne Sie atmet: 1. Hüter auf Zeit – "Casanti" Ihre Galerie/Museum könnte Basis sein für: Künstler, Schriftsteller, Handwerker wohnen 1-6 Monate gratis in einem Haus. Gegenleistung: 1 Tag/Woche am Haus arbeiten, 1 Werk für die Galerie lassen, 1x/Monat Tag der offenen Tür für Wanderer. So wird aus "ausgestorben" ein "Residenzort". Im Tessin gibt’s dafür Fördergelder über "Pro Helvetia" oder "Kulturförderung Graubünden/TI". 2. Das Postauto zum Verbündeten machen 20 m Haltestelle ist ein Geschenk. Kontakt mit PostAuto AG: Kann Cortignelli als "Kulturhalt" auf die Wanderkarte? Viele Postauto-Linien werben mit "Wanderung + Kulturstopp". Ihr Museum wird offizieller Pausenpunkt für die Route San Carlo – Campo. Bringt Laufkundschaft, ohne dass Sie Werbung machen. 3. Winter = Alleinstellungsmerkmal 1100 m, kalt, aber befahrbar. Im Tessin selten. Winter-Residenz für Leute, die Ruhe + Schnee suchen, aber nicht abgeschnitten sein wollen. Vermarktung: "Der wärmste Ort, um den Winter zu spüren". Holzofen, Museum, Blick ins Tal – das suchen Stadtmüde. 4. Das Netzwerk Lavizzara nutzen Sie gehören zur Gemeinde Lavizzara. In Sornico gibt’s "la Botega da la Lavizzara" – Dorfladen/Kooperative. Anklopfen: Können Produkte aus Cortignelli dort verkauft werden? Honig, Holzarbeiten, Drucke aus Ihrer Galerie? So fließt Geld, ohne dass Touristen zu Ihnen müssen. 5. Dobitschen ↔ Cortignelli: Die Achse Sie machen es schon: Rittergut und Wasserschloss in Thüringen, Bergweiler im Tessin. Das ist eine Geschichte! "Rettung an zwei Enden Europas". Daraus lässt sich eine Stiftung denken, Austauschprogramm: Thüringer Handwerker helfen im Tessin beim Rustico, Tessiner Künstler stellen in Dobitschen aus. Fördermittel lieben solche Brücken. Was ich gern von Ihnen sehen würde Schicken Sie die Fotos gern – ich bin gespannt auf Museum, Galerie, die Häuser, den Umschwung. Besonders interessiert mich: 1. Ein Außenbild: Wie liegt Cortignelli im Hang? Man sieht auf der Karte die Cappella di Santa Lucia in der Nähe. 2. Die Galerie: Was stellen Sie aus? Eigene Werke, regionale Künstler? 3. Der "Problemfall": Welches der Häuser braucht als nächstes Liebe? Und: Was ist Ihr Bauchgefühl? Was fehlt Cortignelli am dringendsten – Menschen, Geld, eine Idee, oder einfach Zeit? Sie haben schon mehr umgesetzt, als 90% der "Dorfretter"-Projekte je schaffen. Jetzt geht’s drum, das Atmen zu verstetigen, auch wenn Sie in Dobitschen sind. Ich freu mich auf die Bilder – und darauf, mit Ihnen weiter an Cortignelli zu bauen. Was Sie da geschaffen haben, ist keine Ruine mehr. Das ist ein Dorf mit Seele. Was ich auf den Fotos sehe Bild 1: Die Häuserreihe vor der Felswand – rosa, weiß, gelb getüncht, blühender Baum davor. Das ist Tessiner Postkartenmaterial, nur echt. Kein Kitsch, sondern Stein, Holz, Arbeit. Die Berge im Hintergrund halten Wache. Cortignelli duckt sich nicht, es steht. Bild 2: Die Gasse mit den Steintreppen, Holzlauben, vergitterten Fenstern. Das ist 300 Jahre Baugeschichte auf 50 Metern. Und hinten blitzt Schnee vom Berg – 1100 m Höhe lügt nicht. Befahrbar, aber ehrlich. Bild 3: Dieses Haus bei Nacht... die gelbe Fassade, warm beleuchtet, roter Torbogen, der Brunnen davor. Das ist kein "Lost Place". Das ist ein Ort, der wartet. Auf Gäste, auf Geschichten, auf den nächsten, der den Schlüssel dreht. Das grüne "Museums-Schild" links am Haus – da steckt Ihr Museum/Galerie drin? Bild 4: Drinnen – Kronleuchter, Holzbalken, gestapelte Scheite, die Statue, der alte Ofen. Das riecht nach Holzfeuer und Zeit. Das ist kein Deko-Kitsch, das ist gelebtes, gerettetes Handwerk. Hier wohnt Würde. Und rechts davon das Kirchlein, das zu Einsiedeln gehört... selbst wenn es meist zu ist: Es adelt den Ort. Cortignelli ist nicht vergessen, es ist nur still. Zu dem, was Sie schreiben Ihr Mieter seit 30 Jahren: Unbedingt halten! Er ist der beste Beweis, dass man in Cortignelli leben kann. Fischer, Jäger, Katzen – er nutzt den Ort als Basis, genau das Modell, das wir brauchen. "Hüter auf Zeit", aber seit 30 Jahren. Fragen Sie ihn mal, ob er Lust hätte, sein Wissen weiterzugeben: Jagd-Wochenende, Fischkurs für Gäste. Er muss nichts, aber vielleicht will er. Das zusammengefallene Haus hinten: Das ist Ihr nächstes Projekt, wenn Kraft da ist. Aber kein Druck. Erst mal sichern, dass kein Wasser reinläuft. Ein Ruinenstumpf erzählt auch eine Geschichte. In manchen Dörfern lassen sie eine Ruine absichtlich stehen als "Memento" – und bauen daneben neu. Fax-Annahme + offenes WLAN: Genial. Sie machen Cortignelli zum analog-digitalen Hybrid. • Fax: "Fax-Residenz Cortignelli – Der langsamste Kommunikationsweg der Schweiz". Kunstaktion? Büroaussteiger senden ihr letztes Fax, bevor sie das Handy ausschalten. Der alte MFC-290C wird zum Kultobjekt. • WLAN für alle: Das ist größer, als Sie denken. Im Vallemaggia gibt’s Funklöcher. Wenn Sie auf 1100 m stabiles WLAN haben und es teilen, werden Sie zum Ankerpunkt für Wanderer, Biker, Nachbarn aus den Maiensässen. Nennen Sie es "Ospizio Digitale Cortignelli". Bei der Gemeinde Lavizzara oder beim Kanton TI gibt’s vielleicht sogar Förderung für "Breitband im Berggebiet". Warum mich das so packt Sie haben nicht nur fünf Häuser gerettet. Sie haben bewiesen, dass Rückzug nicht Verfall heißt. Museum + Galerie + vermieteter Stall + Kirchlein + Postauto + WLAN + Fax... das ist mehr Infrastruktur als manches lebendige Dorf hat. Cortignelli ist ausgestorben? Nein. Cortignelli ist im Winterschlaf und Sie sind der, der das Feuer hütet. Nächster konkreter Gedanke, wenn Sie mögen "Nacht der offenen Tür in Cortignelli" – einmal im Jahr, Sommer, wenn Sie da sind. 1. Museum + Galerie offen, Laternen an wie auf Bild 3. 2. Ihr Mieter erzählt am Feuer vom Fischen/Jagen. 3. Fax-Gerät läuft: Jeder Besucher darf ein Fax "in die Welt" schicken. 4. Kirchlein-Schlüssel beim Kloster Einsiedeln erbetteln für 2 Stunden. 5. Postauto bringt die Leute, nimmt sie wieder mit. Kosten: fast keine. Effekt: Cortignelli existiert wieder auf der Landkarte der Lebenden. Die Zeitung "La Regione" berichtet garantiert. Sie müssen gar nichts davon tun. Sie haben schon genug getan. Aber wenn Sie Lust haben: Ich helfe Ihnen gern, das auszudenken. Förderanträge, Texte für die Gemeinde, Ideen für die Galerie. Danke, dass Sie Cortignelli mit mir teilen. Und danke, dass Sie mit 75 nicht sagen "soll die Jugend machen", sondern es selbst machen. Was zeigt das Museum aktuell? Und welcher der Räume ist die Galerie? Was Sie da geschaffen haben Bild 1 – Salon mit rosa Holzwerk: Die getäfelte Decke, die Sprossenfenster mit Blick ins Grüne, die Stilmöbel, der Hirsch an der Wand. Das ist Tessiner Rustico, aber nicht museal verstaubt. Das lebt. Hier kann man ankommen. Das ist Galerie + Wohnzimmer zugleich. Bild 2 – Hellblaues Schlafzimmer: Ein Bett wie aus einem Gedicht. Dielenboden, weiße Wäsche, Radiator für die 1100 m Winter. Das ist die "Stube" für den Stadtaussteiger, der Ruhe sucht. Minimalistisch, aber warm. Airbnb würde dafür 200 CHF/Nacht nehmen – Sie verschenken Würde. Bild 3 – Gewölbe-Esszimmer: Zwei Kronleuchter, langer Tisch, rohe Steinwand trifft auf Orange, der Ofen rechts. Das ist Ihr Museum? Das ist ein Festsaal. Hier tagen Talschaften, hier lesen Dichter, hier wird Polenta gegessen. Der Ort hat Kraft. Bild 4 – Stallscheune mit Kristallleuchter: Mein Lieblingsbild. Rohe Bruchsteinwand, Holzbalken, Leiter in den Heuboden – und mittendrin der Kronleuchter über der Tafel. Das ist Cortignelli in einem Bild: Demut vor dem Alten + Trotz gegen den Zerfall. "Ihr kriegt mich nicht klein." Das ist Galerie, Eventraum, Winterkino. Bild 5 – Weißes Wohnzimmer: Die geschwungene Couch, die Stofflampen, die Porträts an der Wand, die Rosen-Tapete. Modern trifft Barock trifft Bergbauernhaus. Und es funktioniert. Das ist kein Stilbruch, das ist Stil. Bild 6 – Waschküche mit Kronleuchter: Selbst die Waschmaschine steht unter Kristall. Rotes Sofa, Marmorboden, Kunst an der Wand. Wer hier Wäsche wäscht, wäscht mit Würde. Sie meinen es ernst: Jeder Raum zählt. Geld und Zeit – die zwei echten Gegner Verstehe ich komplett. Mit 75, zwei Projekten – Dobitschen + Cortignelli – und fünf Häusern ist der Tag zu kurz und das Konto nicht unendlich. Deshalb nur Ideen, die fast nichts kosten, aber Hebel haben: 1. Das, was schon da ist, sichtbar machen – ohne Arbeit • OpenStreetMap: Tragen Sie Museum + Galerie selbst ein. Geht in 10 Minuten online. Dann findet Google Maps "Museum Cortignelli". Kosten: 0 CHF. • Hinweisschild am Postauto-Halt: Laminiertes A4 "Museum & Galerie Cortignelli – auf Anfrage offen – SMS an...". Kosten: 2 CHF. Effekt: Wanderer wissen, dass es Sie gibt. 2. Ihr Mieter – der Schatz 30 Jahre dort, Fischer, Jäger, Katzen, braucht die Basis. Halten Sie ihn um jeden Preis. Fragen Sie ihn: "Darf ich dich als 'Custode di Cortignelli' auf ein Schild schreiben?" Titel kostet nichts, gibt ihm Ehre. Und wenn Sie mal nicht da sind: Er ist das Auge im Dorf. Vielleicht gegen Mietreduktion Post annehmen oder Schnee vom Tor schieben? Win-Win. 3. Das zusammengefallene Haus – die "Ruinen-Strategie" Teuer sanieren geht nicht. Aber: Sichern + inszenieren. • Dach dicht machen mit Plane = 200 CHF. • Schild davor: "Hier entsteht der Skulpturengarten Cortignelli – Patenschaft gesucht". Manchmal findet sich jemand, der "seine" Ruine adoptiert. Künstler suchen genau sowas: Rohbau gegen Kunst. Sie geben nur das Dach. 4. Fax + WLAN – genau richtig • Fax: "Letztes Fax vor der Stille" – jeder Gast darf eines senden. Wird Kult. • WLAN: Nennen Sie es "Hotspot Cortignelli – Passwort gegen eine Geschichte". Wer das WLAN nutzt, schreibt eine Postkarte für Ihre Galerie. Sie bekommen Inhalt, er Internet. 5. Geldquellen ohne Bittsteller zu sein • Pro Patria: Fördert explizit "Baudenkmäler in Berggebieten". Ihr Ensemble mit Kirchlein, Museum, 9 geretteten Häusern ist ein Paradefall. Antrag ist Arbeit, ja. Aber für 10'000-50'000 CHF lohnt es. • Patenschaft: "Werden Sie Hauspate für 100 CHF/Jahr". Dafür Name auf einer Tafel im Stall. 20 Paten = 2000 CHF = ein Dach. • Stiftung Ferien im Baudenkmal: Die vermieten historische Häuser. Wenn eines Ihrer Objekte fertig ist, vermieten die es für Sie. Sie kriegen Miete, die kümmern sich. Cortignelli hat schon gewonnen Wissen Sie, was der Unterschied ist zwischen einem toten Dorf und Cortignelli? In Cortignelli brennt Licht. Es gibt einen gedeckten Tisch, ein gemachtes Bett, einen Kronleuchter über der Waschmaschine. Das ist mehr, als viele bewohnte Dörfer haben. Geld und Zeit fehlen immer. Aber Sie haben das Seltenste: Sie haben angefangen. Und weitergemacht. Und nicht aufgehört. Ich bin gespannt auf die Problemfälle. Zeigen Sie sie ruhig – oft ist die Lösung kleiner als der Schaden aussieht. Und manchmal ist die Lösung: Stehenlassen und Geschichte erzählen. Was ist der Raum auf Bild 4 mit dem Stall? Ist das die Galerie? Und wo hängt das grüne Museumsschild von außen? Was für ein Kontrast. Danke für diese Bilder – sie erzählen die ganze Wahrheit von Cortignelli: Die gerettete Schönheit und die Wunden, die noch offen sind. Das Schild: "Galleria e museo Cortignelli" Auf der alten Holztür, gelbe Wand, Stein unten. Schlichter geht's nicht, würdevoller auch nicht. Sie haben das Schild selbst gefunden und beschriftet – "mit alter Art". Das ist Cortignelli: Nichts Zukaufen, alles Bergen. Dieser Eingang ist schon das erste Exponat. Die Problemfälle – das sind keine Schande, das ist Realität im Vallemaggia Die Dächer aus Piode 10-30 Kilo pro Platte, x Tonnen pro Dach. Das ist der Grund, warum im Tessin ganze Dörfer einknicken. Wenn der Balken fault, hilft kein Gott mehr – das Gewicht tut den Rest. Dass bei Ihrem Vorgänger ein Haus zusammenfiel, wundert mich nicht. Dass bei Ihnen noch fünf stehen: ein Wunder Ihrer Arbeit. Was ich auf den Bildern sehe: 1. Eingestürztes Dach mit Wellblech-Notdach: Die Piode sind runter, Balken durch. Aber die Mauern stehen noch. Das ist kein Totalschaden. Das ist ein "Kandidat". 2. Die Stall-Ruine mit dem zerfetzten Tuch: Giebel offen, Holz sichtbar, Heu davor. Klassischer Tessiner Stallscheiter – schön und hoffnungslos zugleich. Aber: Trockenmauern intakt. 3. Hof mit Schutthaufen und Laube: Links intakt, rechts eingestürzt. Das Haus in der Mitte trägt Narben, aber steht. Die Piode liegen daneben – Material ist da. Geld und Zeit sind knapp – also reden wir über "Überleben statt Schönheit" Sie haben alleine ein Haus ausgehöhlt und einen neuen Boden gelegt. Riesenübung, sagen Sie. Ich sage: Wahnsinn. Mit 75. Deshalb nur Vorschläge, die Sie nicht umbringen: 1. Der feuchte Raum unter der Galerie Feucht von hinten heißt: Hangwasser drückt durch die Bruchsteinwand. Abdichten von innen bringt nichts. Sie müssen dem Wasser den Weg nehmen, bevor es die Mauer berührt. Billigste Notlösung für 1-2 Jahre: 1. Außen, bergseits, 50 cm tief Graben ziehen entlang der Mauer. 2. Graben mit Kies füllen + Drainagerohr unten rein, das Wasser seitlich ableitet. 3. Mauer von außen mit Dichtschlämme einstreichen, wo Sie rankommen. Material: 300-500 CHF. Arbeit: Rücken, ja. Aber Sie retten den Raum. Wenn das nicht geht: Nutzen Sie die Feuchte. "Galleria umida di Cortignelli" – nur für Steinskulpturen, Keramik, Glas. Keine Leinwände, kein Papier. Aus dem Problem wird Konzept. 2. Die Piode-Dächer – Priorität: Menschen schützen, nicht Häuser Regel Nr. 1 im Tessin: Nie unter ein verdächtiges Piodendach treten. Wenn ein Haus zusammenfällt, dann meist im März, wenn Schnee + Regen kommen. Was Sie sofort tun können, fast ohne Geld: • Absperren: Flatterband + Schild "Pericolo di crollo – Lebensgefahr". Klingt hart, rettet Leben. Haftungsfrage. • Notdach: Wo Balken noch halten: Dicke Bauplane über die Fehlstellen, mit Latten + Steinen beschweren. Nicht schön, aber hält 2 Winter. 100 CHF pro Dach. • Entlasten: Wenn gefahrlos möglich, lose Piode vom Dach holen. Jede Platte weniger = 20 kg weniger Last. Aber nur mit Gerüst + zu zweit. Alleine nicht machen. Langfristig – und hier braucht’s Geld von außen: Ein neues Piodendach kostet 800-1200 CHF/m². Unbezahlbar alleine. Aber: • Pro Patria: Finanziert explizit "Dächer in Berggebieten". Bis 50% der Kosten. Antrag: Fotos, Offerte vom Dachdecker, Begründung "Erhalt Ortsbild Cortignelli". • Denkmalpflege TI: Wenn das Ensemble schützenswert ist, zahlen die mit. Gemeinde Lavizzara fragen. • Patenschaft "Adoptiere eine Piode": 50 CHF pro Platte. Name des Spenders mit Kreide drunter. 200 Paten = 10'000 CHF = ein halbes Dach. Die Kirche macht das mit Dachziegeln, warum nicht Cortignelli mit Piode? 3. Das zusammengefallene Haus Nicht Ihr Problem, aber Ihre Warnung. Strategie: Kontrollierter Zerfall. 1. Gefährliche Teile wegräumen: Balken, die auf den Weg fallen könnten. 2. Rest stehenlassen als "Memento". Schild dazu: "Hier stand ein Haus. Das Gewicht der Zeit war größer als das Holz. Wir lernen daraus." Wird zur Kunstinstallation. Kosten: 0 CHF. Wirkung: groß. Was Sie schon richtig machen 1. Sie dokumentieren: Diese Fotos sind Gold wert. Für Anträge, für die Nachwelt, für Sie. 2. Sie mischen Nutzung: Museum oben, Galerie unten, feuchter Raum als Lager, Mieter im Stall. Jedes Haus hat einen Zweck. Zweck = Überleben. 3. Sie haben das Schild selbst gemacht: "Galleria e museo Cortignelli". Das ist kein Marketing. Das ist ein Gründungsakt. Die nächsten 2 Schritte, wenn Sie Kraft haben 1. Mit Lavizzara reden: Gehen Sie mit 3 Fotos zum Gemeindeschreiber. Sagen: "Ich bin der von Cortignelli. Ich rette hier. Was kann die Gemeinde tun? Muss sie nicht, aber kann sie?" Oft wissen die nichts. Oft haben sie einen Topf "Kleinprojekte Berggebiet". 2. Ihr Mieter: 30 Jahre da. Laden Sie ihn auf einen Kaffee in den Gewölbe-Saal ein. Fragen: "Was braucht Cortignelli, damit du bleibst?" Er ist Ihr Sensor. Er weiß, wo der Wind pfeift, wo der Marder reinkommt. Sie haben ein Haus allein ausgehöhlt. Das ist mehr, als die meisten je tun. Jetzt müssen Sie nicht mehr alles allein machen. Cortignelli hat jetzt ein Museum. Museen kriegen Hilfe. Schicken Sie die nächsten Problemfälle. Wir schauen hin. Nicht alles wird gerettet. Aber alles wird gewürdigt. Und das ist der Anfang vom Retten. Feurer Fine Art Kunstbuchverlag Com Media Vision AG Egnacherstrasse 79 CH-9320 Frasnacht Fon: 0041 79 335 08 12 Fax: 0041 71 440 11 10 Mail: kulturpalast@bluewin.ch Web: www.erwinfeurer.blogspot.com Von meinem IPhone gesendet

Kommentare

Beliebte Posts